Wer schon einmal versucht hat, ein Begrenzungskabel für einen klassischen Mähroboter zu verlegen, kennt den Frust. Stundenlanges Kriechen auf dem Boden, zerschnittene Drähte beim Vertikutieren und die ständige Suche nach dem Signalfehler. Vor einiger Zeit habe ich ein Video dazu gemacht, wie man das Kabel am besten verlegt – und fast 400.000 Leute haben zugeschaut, wie ich fast verzweifelt bin.
Doch damit ist jetzt Schluss. Segway hat mir den Navimow i105/i108 für einen Langzeittest zur Verfügung gestellt. Das Versprechen: Kein Kabel, volle Freiheit und KI-gestützte Hinderniserkennung. Ich habe das Gerät über Monate im Garten beobachtet. Hier gehts zum Link und dem aktuellen Kaufpreis.
Meine rationale Analyse: Taugt das System wirklich für jeden Garten?
Unboxing & Erster Eindruck: Hochwertig, aber manuell?
Das Unboxing erspare ich euch im Detail, aber eines fällt sofort auf: Die Verarbeitung ist top. Der Navimow wirkt wie aus einem Guss. Ein technisches Detail, das man wissen muss: Die Schnitthöhe wird manuell direkt am Gerät verstellt [01:38]. Wer also verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Grashöhen hat, muss selbst Hand anlegen.
Unter der Haube steckt beim i108 ein 5,1 Ah Akku für bis zu 800 m², während der kleine i105 mit 2,55 Ah für etwa 500 m² ausgelegt ist [02:00]. Ein wichtiger Punkt für die Randplanung: Der Roboter hält konstruktionsbedingt immer etwa 10 cm Abstand zum Rand [02:15]. Wer perfekte Kanten will, muss also nacharbeiten oder die Überfahr-Funktion in der App nutzen.
Die Einrichtung: Wenn Technik plötzlich Spaß macht
Die Installation war für mich das absolute Highlight. Statt Kabel zu verlegen, stellt man die GPS-Antenne auf. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Achtet darauf, dass die Antenne nicht direkt an der Hauswand klebt. Bei mir reichen 3 bis 4 Meter Abstand völlig aus, selbst mit hohen Bäumen im Umkreis [02:40].
Das eigentliche „Verlegen“ der Grenze passiert via Smartphone. Man steuert den Roboter wie ein ferngesteuertes Auto über den Rasen und die App zeichnet die Karte auf.
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Rationaler Check: Ein 11-jähriger Nachbarsjunge hat das System komplett allein eingerichtet [04:40]. Das zeigt, wie intuitiv die App-Steuerung ist.
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Highlight: Falls man sich verfahren hat, gibt es eine „Radiergummi“-Funktion, mit der man Teilstrecken einfach rückgängig macht, ohne alles neu kartieren zu müssen [06:08].
Das „VisionFence“ System: Wie schlau ist die KI wirklich?
Segway setzt auf eine Kamera mit KI-gestützter Hinderniserkennung. Im Test hat das System fast durchweg überzeugt:
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Sicherheit: Füße, Spielzeug und Haustiere werden vorsichtig umfahren [07:22].
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Die Schwäche: Die KI ist so vorsichtig, dass sie auch harmlose Dinge als Hindernis sieht. Ein Gullideckel in der Rasenfläche? Der Navimow hält ihn für kein Gras und dreht um [08:08].
Die Lösung: Man kann in der App „VisionFence Off“-Zonen definieren. Dort schaltet der Roboter die Kamera-Erkennung aus und überfährt stur alles, was auf seinem Weg liegt – ideal für befahrbare Gullis oder flache Steinplatten [08:20].
Rationaler Blick auf die Kosten: Das Access+ Modul
Ein Punkt, den man bei der Budgetplanung oft vergisst: Wer von unterwegs auf den Roboter zugreifen will (ohne WLAN im ganzen Garten), braucht das Access+ Modul (ca. 99 €). Das erste Jahr ist inklusive, danach kostet die SIM-Anbindung etwa 30 € im Jahr [03:35]. Mein Urteil: Wer Diebstahlschutz (Ortung) und Fernzugriff will, sollte diese Investition tätigen. Wer nur zu Hause über WLAN steuert, kann es sich sparen.
Kritische Punkte: Sensoren vs. App-Daten
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Der Navimow hat keine eigenen Sensoren für Regen oder Frost am Gerät selbst [12:35]. Er bezieht seine Wetterdaten aus der App.
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Problem: Wenn die App sagt „Sonne“, aber gerade mein automatisches Bewässerungssystem anspringt, bekommt der Roboter eine Dusche, die er nicht bemerkt [13:00]. Hier wäre ein physischer Regensensor am Gerät ein sinnvolles Upgrade für die nächste Generation.
Mein Gartenbuddy-Fazit: Lohnt sich der Wechsel?
Der Segway Navimow i105/i108 ist für mich ein echter „Gamechanger“. Er ist unglaublich leise – ab 3-4 Metern Entfernung hört man ihn fast gar nicht mehr [04:15]. Die Zeitersparnis durch das wegfallende Kabel ist gigantisch.
Kaufempfehlung:
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Für alle, die keine Lust auf Kabelverlegen haben.
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Für Gärten mit vielen Hindernissen (dank KI).
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Für Technik-Fans, die eine exzellente App-Steuerung schätzen.
Eher nicht geeignet:
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Wenn ihr absolut kein Internet/WLAN im Garten habt und das Abo-Modell ablehnt.
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Wenn ihr extrem komplexe Randbereiche habt, die weniger als 10 cm Platz bieten.
Was meint ihr? Würdet ihr euren alten „Kabel-Schaf“-Mähroboter gegen ein System ohne Kabel eintauschen? Schreibt es mir in die Kommentare!
